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Editorial 2009

Liebe Freunde des Tanzes,


es hat ein wenig länger gedauert, die zweite Auflage unseres im Herbst 2006 so erfolgreich etablierten Tanzfestivals zu verwirklichen, aber gut Ding will eben manchmal Weile haben. Dank der beherzten Unterstützung vieler Institutionen der öffentlichen Hand, der Wirtschaft und vor allem zahlreicher engagierter Einzelpersonen haben wir hochkarätige Gäste verpflichten können, die uns zusammen mit in der Region ansässigen Ensembles und Personen innerhalb weniger Tage erleben werden lassen, welche aufregenden, überraschenden, bezaubernden und erheiternden Bedeutungen sich hinter dem faszinierend schlichten Wort „Tanz“ verbergen können.

Mit „Entity“ zeigt die Random Dance Company aus London eine kühne Arbeit von Wayne McGregor, der vor allem wegen seines erklärten Interesses für die Verbindung von (Tanz-)Kunst, Neurowissenschaft und Technologie zu den spannendsten Choreografenpersönlichkeiten unserer Zeit gehört. Blanca Li präsentiert mit ihrer eigenen Compagnie ihr neuestes Stück „Le jardin des délices“, das im Juni 2009 in Montpellier Premiere feierte und uns auf der Grundlage eines Gemäldes von Hieronymus Bosch in eine eigenwillige, sehr poetische Welt entführt.

Den Aspekt der künstlerischen Grenzüberschreitung möchte ich auch mit meiner eigenen Arbeit „Casa Azul“ betonen, die im Rahmen des Festivals ihre Uraufführung erleben wird und sich mit dem Leben und Schaffen der großen mexikanischen Malerin Frida Kahlo auseinandersetzt. Neben neu komponierter Musik von Claas Willeke wird auch mexikanische Musik auf der Bühne erklingen und der junge, vielversprechende Künstler Ingo Bracke wird dem Stück ein exquisites Bühnen- und Videodesign verleihen. Schließlich zeigen wir Nir de Volffs eigenwillige Performance „3some“ in der sparte4 und erschließen damit für das Festival einen weiteren reizvollen Spielort.

Dass wir Tanz bei diesem Festival nicht als exklusiv von Profis Betriebenes verstehen wollen, zeigt unser Jugendprojekt „Zukunft n.o.w.“. Die renommierte Berliner Tanzpädagogin Nadja Raszewski wird mit Jugendlichen auf eine Entdeckungsreise in die Welt der Körpererfahrung und Bewegung gehen, die am Schluss dem Festivalpublikum präsentiert wird und – davon bin ich überzeugt – den Vergleich mit den anderen auf dem Festival gezeigten Arbeiten nicht zu scheuen braucht. Auf musikalischer Ebene wird dieses spannende Projekt durch Studierende der Hochschule für Musik Saar begleitet.

Schon 2006 war es uns ein Anliegen, nicht nur herausragende Produktionen nach Saarbrücken einzuladen und mit einer Uraufführung durch meine Compagnie zu kontrastieren, sondern zusätzlich über das Gesehene und Gehörte ins Gespräch zu kommen und dabei „en passant“ auch über den Tanz im Allgemeinen und die Rolle der Künste in unserer Gesellschaft nachzudenken. Anregende Partner für diese Gespräche gibt es in Hülle und Fülle, mit dem Spiegelzelt, welches im Umfeld des Staatstheaters aufgebaut werden wird, erhalten wir nun auch einen besonders geeigneten Ort, wo es in entspannter Club-Atmosphäre möglich sein wird, die Festivaltage in Gesellschaft ausklingen zu lassen. Freuen Sie sich also auf Diskussionen mit Tanzexperten, musikalische Beiträge, die interaktive Performance „The caravan of love“ und nicht zuletzt auf die Präsenz von DJs, die Ihnen auch Lust zum Selbsttanzen machen sollen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen intensive Erlebnisse und anregende Begegnungen mit dem Tanz und den Menschen, die ihn Gestalt werden lassen.

Dance till you drop!

Herzlich,
Ihre Marguerite Donlon


Marguerite Donlon, Künstlerische Leiterin des Internationalen Festivals n.o.w. dance saar
Marguerite Donlon, Künstlerische Leiterin des Internationalen Festivals n.o.w. dance saar

 
 
 
 
 
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